• Vollstationäre Pflege
  • Kurzzeitpflege
  • Verhinderungspflege

Pflegestufen

Die Pflegekassen gewähren im Rahmen der Pflegeversicherung Leistungen bei Pflegebedürftigkeit. Pflegebedürftig ist, "wer wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedarf".


Anhand der Häufigkeit des Hilfebedarfs und des zeitlichen Mindestpflegeaufwandes werden drei Pflegestufen unterschieden:

Pflegestufe 1 (erheblich Pflegebedürftige)

Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität für wenigstens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen mindestens 1x täglich der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Zeitlicher Mindestaufwand: 90 Minuten täglich (im Wochendurchschnitt); hierbei müssen auf die Grundpflege mehr als 45 Minuten entfallen.

Pflegestufe 2 (Schwerpflegebedürftige)

Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität mindestens 3x täglich der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Zeitlicher Mindestaufwand: 3 Stunden täglich (im Wochendurchschnitt); hierbei müssen auf die Grundpflege mindestens 2 Stunden entfallen.

Pflegestufe 3 (Schwerstpflegebedürftige)

Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität täglich rund um die Uhr, auch nachts der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Zeitlicher Mindestaufwand: 5 Stunden täglich (im Wochendurchschnitt); hierbei müssen auf die Grundpflege mindestens 4 Stunden entfallen.

Pflegestufe 3+ (Härtefall)

Das ist eine Sonderregelung für besonders pflegeaufwendige Patienten. Diese liegt vor, wenn wegen eines hohen und intensiven Pflegeaufwandes das übliche Maß der Pflegestufe III weit überschritten ist. Zeitlicher Mindestaufwand: mindestens 6 Stunden für die Grundpflege täglich, wovon entweder mindestens drei Verrichtungen in der Nacht erforderlich sein müssen, oder die Grundpflege nachts nur von mindestens zwei Pflegekräften gemeinsam erbracht werden kann. Der Härtefall wird sehr selten anerkannt, da der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) pro Jahr nur eine prozentual festgelegte Höchstzahl anerkennen kann. Mögliche Fälle sind schwere Erkrankungen im Endstadium/Sterbeprozess oder Wachkoma-Patienten.

 

Bei der Ermittlung des Mindestpflegeaufwands muss der pflegerische Aufwand (bei Körperpflege, Ernährung oder Mobilität) gegenüber dem hauswirtschaftlichen im Vordergrund stehen. Hinsichtlich des Zeitaufwandes wird auf die Leistungserbringung durch nicht als Pflegekraft ausgebildete Personen, also z. B. Angehörige, abgestellt.

Die Leistungen werden auf Antrag gewährt. Der Antrag ist bei der zuständigen Pflegekasse zu stellen. Wir sind Ihnen dabei gerne behilflich. Die Pflegekasse beauftragt den medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit der Erstellung eines Gutachtens bezüglich der Pflegebedürftigkeit, das die Pflegestufe bestimmt.

Die Pflegekassen unterscheiden zudem zwischen vollstationärer Dauerpflege, Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege.

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